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Boris Buschardt – Warum man an seinen Träumen festhalten sollte

Mit Boris Buschardt haben wir einen Fotografen bei Photocircle, der uns immer wieder Fernweh beschert und unsere Reiselust weckt. Seine Bilder zeigen Naturgewalten, fantastische Farben und außergewöhnliche Orte, die einem  Fotografen alles abzuverlangen scheinen. In unserem Interview erzählt er uns von Knochenbrüchen und gefrorenen Fingern.

Gasaldur | Fotokunst von Boris Buschardt

Wer ist denn eigentlich Boris Buschardt?

Hauptberuflich arbeite ich als Ingenieur in der Automobilindustrie. Geboren und aufgewachsen bin ich in Berlin, lebe jetzt aber schon seit 13 Jahren in Bayern. Zum Fotografieren bin ich über das Reisen gekommen. Mit 17 habe ich eine 2-monatige USA-Rundreise unternommen, die ich mit meiner Kamera dokumentiert habe. Hinterher habe ich dann einige Diavorträge gehalten für die ich viele positive Rückmeldungen bekommen habe. Dies war dann Ansporn für mich, viele weitere Teile der Erde mit meiner Kamera zu bereisen.

Was zeichnet einen guten Fotografen aus?

1. Geduld und Ausdauer. In der Landschaftsfotografie kann es z.B. notwendig sein tagelang auf besseres Licht oder Wetter zu warten oder auch mal das Abendessen ausfallen zu lassen für die Chance auf ein gutes Foto.

2. Erfahrung. Ein guter Fotograf weiß was ein gutes Bild auszeichnet. Er kennt die wichtigsten Regeln zur Bildgestaltung. Er erkennt Strukturen und Muster im Chaos. Und er kann seine Ausrüstung intuitiv bedienen.

3. Offenheit für Neues. Ein guter Fotograf muss auch mal anders denken, anders sehen, neue Dinge ausprobieren. Er sollte zwar die Regeln zur Bildgestaltung kennen, muss aber auch bereit sein, sie über Bord zu werfen, wenn es nötig ist.

Reserva Nacional Cerro Castillo | Fotokunst von Boris Buschardt

Was möchtest du als Fotograf erreichen?

Durch meine Aufnahmen möchte ich den Menschen die Schönheit der Natur auf unserem Planeten näher bringen und damit vielleicht auch ein Stück weit zu  ihrem Erhalt und Schutz beitragen. Ansonsten strebe ich nach möglichst klaren Bildkompositionen und habe den Anspruch mich permanent weiter zu entwickeln.

Dein Lieblingsland zum Fotografieren und warum?

Darf ich drei nennen? Patagonien, Tasmanien und Island. Alle drei zeichnet eine ursprüngliche, wilde und extrem abwechslungsreiche Naturlandschaft aus, die nur wenig vom Menschen verändert wurde.

Haifoss | Fotokunst von Boris Buschardt

Dein Lieblingsfotograf?

Im Bereich der Landschaftsfotografie gehören Verena und Georg Popp-Hackner aus Österreich zu meinen Lieblingsfotografen. Sie besuchen ähnliche Orte wie ich und nehmen sich viel Zeit für eine sehr sorgfältige Bildkomposition. Im Gegensatz zu mir arbeiten sie aber mit analogen Großformatkameras.

Deine erste Kamera? Und womit fotografierst du heute?

Meine erste richtige Kamera war eine Nikon F3 mit einem 50mm Normalobjektiv, die ich mir mit 16 gekauft habe.

Aktuell fotografiere ich mit einer Nikon D800E in Verbindung mit diversen Zeiss Objektiven.

Zu zwei seiner Bilder verriet uns Boris Buschardt diese außergewöhnlichen Entstehungsgeschichten:


“Silfra”
Silfra Fotokunst von Boris Buschardt

Die Bedingungen unter denen dieses Foto aufgenommen wurde, waren nicht ganz einfach. Die Wassertemperatur in der Silfra-Lagune beträgt ganzjährig 2°C, was selbst in einem dicken Neoprenanzug ziemlich schnell unangenehm werden kann. Um die Kamera gut bedienen zu können hatte ich mir relativ dünne Handschuhe angezogen, was leider keine gute Idee war. Nach einer halbe Stunde waren meine Finger so steif gefroren, dass ich sie kaum noch bewegen konnte. Darüber hinaus hat es noch den ganzen Tage stark gestürmt und geregnet.

Für Halb-Halb-Aufnahmen (eine Hälfte des Fotos ist unter Wasser und die andere über Wasser) ist es sehr wichtig das Glas vor dem Objektiv frei von Wassertropfen zu halten. Bei ruhigem Wasser in den Tropen ist das schon nicht ganz einfach, bei Sturm, Regen, Wellengang, 2°C Wassertemperatur und steif gefrorenen Fingern eine echte Herausforderung, auch für einen erfahrenen Naturfotografen. Ohne die schwierigen Wetterbedingungen (düsterer Himmel, Wellengang etc.)  wäre das Foto aber sicherlich nur halb so interessant. Der Aufwand hat sich also gelohnt und es gehört inzwischen zu meinen persönlichen Lieblingsbildern.

“Lofoten im Winter”

Lofoten im Winter von Boris Buschardt

Nachdem ich die Lofoten schon rund ein Dutzend mal im Sommer besucht hatte, wollte ich sie unbedingt auch mal im Winter besichtigen und fotografieren. Im März 2010 war es dann so weit. Ich bin nach Nordnorwegen geflogen, habe mir einen Mietwagen genommen und bin ich Richtung Lofoten aufgebrochen. Am ersten Abend wollte ich ein paar Landschaftsfotos von einem schönen Aussichtspunkt aus machen, dazu musste ich eine kleine Klettertour mit der Fotoausrüstung unternehmen.

Leider habe ich übersehen, dass ein Abschnitt des Felsens komplett mit einer dünnen Eisschicht überzogen war. Ich rutschte einige Meter  ab und brach mir das rechte Sprunggelenk. Ich bin dann zum Mietwagen zurück gehumpelt und dann mit gebrochenem Bein direkt ins Krankenhaus gefahren. Damit war der Traum von den Lofoten im Winter erst mal beendet. So leicht gebe ich meine Träume aber nicht auf. 2 Jahre später, nachdem die Titanplatten und Schrauben aus meinem Bein wieder raus waren, habe ich einen neuen Anlauf gemacht (und diesmal Steigeisen mitgenommen). Die Reise war ein voller Erfolg und einige meiner besten Landschaftsfotos sind auf dieser Winterreise entstanden. Es lohnt sich also an seinen Träumen festzuhalten.

Bei soviel Hingabe ist es kein Wunder, dass die Fotos von Boris Buschardt so gut gefallen. Wenn Du überlegst, Dir eines seiner Bilder zu bestellen, empfehlen wir aufgrund der kräftigen Farben seiner Fotos unsere Acrylglasbilder. Das Acrylglas gibt seinen Bildern eine besondere Tiefenwirkung und verstärkt die Wirkung der beeindruckenden Landschaftsaufnahmen. Boris Buschardts Portfolio auf Photocircle findest Du in seiner Galerie. Mit dem Verkauf unterstützt der Fotograf bei uns Entwicklungsprojekte weltweit. Wir bedanken uns für sein soziales Engagement! 

Jens Rosbach beim Docma Award ausgezeichnet

Der Berliner Fotograf Jens Rosbach gewinnt gleich zwei Preise beim Wettbewerb des renommierten Photoshop-Magazins. Wir haben ihn zum Wettbewerb befragt und mit ihm über seine nächsten Projekte gesprochen.

Gletscherläufer - Fotokunst von Jens Rosbach

Gletscherläufer von Jens Rosbach

Worum geht`s bei dem Wettbewerb?

Um Naturbilder. Der Wettbewerb stand unter dem Motto “Natürlich!? Schöner als wahr.” Gefragt waren Fotos, die entweder rein künstlich mit Photoshop komponiert wurden – oder echte Naturaufnahmen, die nur leicht bearbeitet wurden. Lediglich das Ergebnis zählte: starke Motive.

Welche Deiner Arbeiten wurde denn ausgezeichnet?

Als gebürtiger Norddeutscher – ich stamme aus Mecklenburg – zieht es mich immer wieder an die Ostsee. Bei einer Strandwanderung im vergangenen Frühjahr herrschten maximal ungünstige Aufnahmebedingungen: grelle Mittagssonne, harte Schatten und scheinbar keine Motive. So „spielte“ ich etwas mit der Kamera: Ich stellte eine besonders lange Belichtungszeit ein und drehte meinen Körper während des Auslösens schnell von links nach rechts – immer den Horizont im Blick. Das Bild verwischte dadurch, plötzlich liefen die Wellen auch mitten durch den Sand.

Strandwellen von Jens Rosbach

Strandwellen von Jens Rosbach

Du hast ja gleich noch für ein zweites Bild eine Wettbewerbs-Platzierung erreicht…

Das zweite Motiv ist ebenfalls eine Ostseeaufnahme. Das Bild ist im vergangenen Jahr während des Zingster Umweltfotofestivals entstanden. Abends, nach den vielen Workshops und Shootings, bauten Massen von Fotofreunden ihr Stativ am Strand auf. Alle wollten den idyllischen Sonnenuntergang über dem Wasser aufnehmen. Dieses reizte mich, dem Mainstream etwas entgegenzusetzen und wieder herumzuexperimentieren. Ich löste die Kamera von meinem Stativ und zog sie – wie bei dem Wellenbild – schnell am Horizont entlang. Die Herausforderung bestand darin, die Abendsonne gleichmäßig über das gesamte Bild zu „ziehen“, so dass aus der Kugel ein Streifen wurde. Samt Reflexionen auf dem Wasser.

Sonnenuntergang. Ostsee Fotokunst von Jens Rosbach

Sonnenuntergang. Ostsee von Jens Rosbach

Die Kontraste sind so stark, dass man tatsächlich nicht sieht, ob es eine echte Aufnahme ist.

Alles echt. In echt! Unter Acrylglas kommen die Farben besonders gut zur Geltung.

Was hast Du jetzt von den Platzierungen im Fotowettbewerb?

Vor allem die Anerkennung. Die Fotos werden beim diesjährigen Zingster Umweltfotofestival ausgestellt. Zu dem Event kommen berühmte Naturfotografen und Fotokünstler, aber auch National Geographic, Epson und andere Foto-Firmen an die Ostsee. Also eine perfekte Veranstaltung zum Networken. Die Docma-Ausstellung geht dann deutschlandweit auf Reise. Das ist schon nicht schlecht für´s Fotografen-Ego.

Was sind Deine nächsten Projekte?

Ich werde im Herbst durch Japan reisen. Vor allem die uralte Tempelkultur interessiert mich. Die Reise- und Reportagefotografie ist -neben den Naturaufnahmen – mein zweites künstlerisches Standbein.

Jens Rosbach fotografiert von Antje Fleischhauer

Jens Rosbach fotografiert von Antje Fleischhauer

Jens Rosbach, Jahrgang 1970, arbeitet als Journalist in Berlin: www.jensrosbach.de

Die prämierten Fotos “Strandwellen” und “Sonnenuntergang. Ostsee” von Jens Rosbach sowie eine Auswahl aus seinem Portfolio findest Du auf Photocircle.