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„Ganges und Nirvana“ – Die Kumbh Mela 2013 in Indien

Eine Fotodokumentation von Victoria Knobloch und Jagdev Singh

Die Kumbh Mela ist ein besonderes religiöses Fest der Hindus. Alle 12 Jahre findet sie in Allahabad statt. Millionen Gläubige pilgern dann zum heiligen Fluss Ganges. Sie praktizieren dort gemeinsam die seit Jahrtausenden tradierten religiösen Rituale, um durch Bäder und Waschungen im heiligen Wasser des Flusses ihr Karma zu reinigen und dem Nirvana näher zu kommen.

Viktoria Knobloch: Kumbh Mela Documentation 7

Mit vielen Fragen über diese Tradition und das was der Glaube im Menschen bewegen kann, machten sich die beiden Fotografen Victoria Knobloch und Jagdev Singh im Februar 2013 auf den Weg zu diesem heiligen Ort in Indien und realisierten gemeinsam das außergewöhnliche Fotoprojekt «Ganges und Nirvana» – eine Dokumentation über die Kumbh Mela – das größte hinduistische Pilgerfest der Welt.

Viktoria Knobloch: Pilgrimage

Viktoria Knobloch: Ganges und Nirvana

Ziel der beiden Künstler ist es, diese lebendige religiöse Praxis in einem fotografischen Zeitdokument einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ihre Fotografien beleuchten verschiedene Facetten der hinduistischen Tradition, die ihren Ausdruck in den gemeinsamen religiösen Handlungen der Menschen findet und diese zu einer großen Glaubensgemeinschaft verbindet.

Viktoria Knobloch: Kumbh Mela Documentation 8

Viktoria Knobloch: Connected

Es entstanden intime Aufnahmen, die die Pilger beim Vollzug ihrer Rituale zeigen, beispielsweise während des Badens in den Fluten des Ganges, der Anbetung der Götter, oder der Segnung durch die Saddus. Die Saddus sind die als heilig verehrten Männer Indiens. Sie leben in asketischer Abgeschiedenheit. Während der Kumbh Mela kommen sie aus ganz Indien nach Allahabad, um dort mit und für die Gläubigen zu beten, um sie an ihrer Weisheit, ihrer allumfassenden Liebe und ihrem Mitgefühl teilhaben zu lassen, ihnen Segen zu spenden und in ihrem Glauben wie in ihren mitmenschlichen Taten zu stärken. Sie diskutieren aber auch über allgemeine, den Menschen und seine Handlungen in der Welt betreffende politische, gesellschaftliche, ökologische etc. Fragen. Neben zahlreichen Einzelportraits von Pilgern und Saddus, zeigt die Dokumentation die unvorstellbaren Scharen der Gläubigen, wie sie während der Kumbh Mela in riesigen Zeltlagern untergebracht sind.

Viktoria Knobloch: Kumbh Mela Documentation 12

Traurige Nachricht aus Indien

Gestern erreichte uns eine sehr traurige Nachricht per Post von unserem Projektpartner Plan International. Mit großem Bedauern müssen wir Euch mitteilen, dass unser Patenkind Jyoti am 7. Februar nach einem starken Fieber verstorben ist.

jyoti

Seit Anfang Juni haben wir Jyoti in der Hoffnung unterstützt, ihr durch die Durchführung von Entwicklungsprojekten in ihrem Umfeld eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Nachricht ihres Todes hat uns sehr getroffen und wird uns auch in der nächsten Zeit zu schaffen machen.

Da unsere Patenschaft an Jyoti gebunden war, wird nun auch unser Projekt in Indien nicht mehr weitergeführt. Seit Beginn unserer Patenschaft am 1. Juni haben wir haben wir Jyoti und ihre Familie mit 28 € monatlich unterstützt. Dies entspricht einem gesamten Spendenbetrag von 224 €

Über Photocircle konnten wir bereits knapp 55% der Patenschaft finanzieren. Dies entspricht 183,56 €. Wir danken Euch für die Unterstützung! Für die Differenz zwischen dem von uns gespendeten Betrag und die über Photocircle generierte Spendensumme werden wir aufkommen. Denn da wir Jyoti nun nicht mehr unterstützen können, wird das Projekt wird ab sofort eingestellt.

Keiner von uns kannte Jyoti persönlich. Dennoch war sie uns sehr vertraut. Jeden Tag haben wir ihr Bild gesehen, fast jeden Tag über sie gesprochen. Es ist daher ein bedrückendes Gefühl sie nicht mehr unter uns zu wissen. Wir sind traurig, dass trotz unserer gemeinsamen Hilfe, die auch die sanitären Einrichtungen von Jyotis Gemeinde verbessern sollte, das erst 5 Jahre alte Mädchen an hohem Fieber sterben musste. Unsere Gedanken sind nun bei Jyotis Familie.

Kumbh Mela in Allahabad 2013 – religiöse Rituale in Indien

Die deutsche Fotogtafin Victoria Knobloch traf den indischen Fotografen Jagdev Singh zufällig auf ihrer Reise nach Indien im Jahr 2011. Im Gespräch realisierten sie schnell, dass sie ähnliche fotografische Ansätze haben und entschlossen somit gemeinsam eine Fotoserie über New Delhi/Indien durchzuführen. Sie wollten das Lebensgefühl der Stadt widerspiegeln, aber vor allem interessierten sie sich für die sozialen Phänomene wie Armut, Hunger, Müll und die allgemeine Verzweiflung die in den großen indische Metropolen recht häufig aufzufinden ist.

Victoria Knobloch - Fotokunst aus Indien

Victoria Knobloch

Jagdev Singh

Jagdev Singh

40% aller Inder leben unter der Armutsgrenze und nur wenige leben auch in Delhi in wirklich menschenwürdigen Verhältnissen. Nicht wirklich ein Paradies also, trotzdem zieht es jedes Jahr massenweise Menschen vom Land in die Stadt mit der großen Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber wie real sind diese Hoffnungen? Delhi ist eine sehr chaotische, laute, schmutzige und turbulente Stadt. Man wird nahezu überwältigt von den Menschenmassen,dem ungeregelten Verkehr, dem Schmutz und der Armut. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Slums. Inadequate Lebensbedingungen, schlechte sanitäre Anlagen und mangelnde saubere Wasserversorgung sind der Normalfall. Bettler und vor allem auch bettelnde Kinder sieht man an jeder Strassenecke.

Jagdev Singh

Jagdev Singh

Jagdev Singh

Jagdev Singh

Victoria Knobloch

Victoria Knobloch

Im Februar 2013 werden die beiden Fotografen die Fotodokumentation: „Kumbh Mela in Allahabad 2013 – religiöse Rituale in Indien“ durchführen. Die Fotodokumentation thematisiert die traditionelle religiöse Praxis der Hindus. Es werden zwischen dem 27.1.2013 und 25.2.2013 bis zu 75 Millionen Gläubige Hindus erwartet. Es soll ein Zeitdokument dieses bedeutenden religiösen Festes entstehen, dass auch die Spannung zwischen Tradition und Modernisierung in Indien zu beleuchten sucht. Auf künstlerisch erzählende Weise lädt die Dokumentation ein, in die religiösen Rituale und Bräuche einzutauchen, die gelebte Religiosität in ihrer Dynamik und Kraft sichtbar zu machen. Mit zu erstellendem Textmaterial, eventuell auch Interviews, wird das Gezeigte ergänzt. Die Fotodokumentation will den Facettenreichtum und die seit über 1300 Jahren gelebte religiöse Praxis einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

Victoria Knobloch

Victoria Knobloch

Bei Interesse an Publikation, Ausstellung, bzw. finanzieller Unterstützung bitte E-Mail an: victoria_knobloch@web.de

Victoria Knobloch (www.victoria-knobloch.de) lebt und arbeitet freischaffend in Leipzig und investiert viel Zeit in eigene Projekte. Im Mittelpunkt ihrer fotografischen Arbeit steht sowohl die Porträtfotografie als auch die Dokumentarfotografie. Zu ihren bevorzugten Themen zählen die Straßenfotografie und Fotoreportagen mit sozialem und ökologischem Ansatz. 2012 war sie in der  Endauswahl des rennomierten “Henri Nannen Preis”. Neben der Fotografie arbeitet sie als klassische Sängerin.

Jagdev Singh (www.jagdev-singh.in) ist ein freischaffender Fotograf aus New Delhi, Indien. Auch er ist hauptsächlich als Strassenfotograf unterwegs und mit seinen Fotografien beleuchtet er die unterschiedlichsten Facetten des Lebens. Derzeit pubiliziert und stellt er vorwiegend in Indien aus.

Beide Fotografen verkaufen auch eine Auswahl Ihrer Werke auf Photocircle. Wenn Ihr die Fotokunst dieser tollen Fotografen hinter Acrylglas, auf Alu Dibond oder Leinwand bestellen möchtet, besucht die Galerien von Victoria Knobloch und Jagdev Singh.

Wilde Phantasien

Girish Menon: Worship Frenzy

Girish Menons’ Leidenschaft für Fotografie entwickelte sich bereits in der Schule, da ihm sein Geographielehrer stets Bilder von Ländern und Städten zeigte, über die er im Unterricht lehrte. Damals, so erzählt er uns, gab es weder Zugang zum Internet noch relevante Bücher, auf die er zurückgreifen konnte. “Die Fotos, die mein Lehrer uns zeigte, waren das Fenster zu der weiten und unbekannten Welt. Meine Phantasien spielten verrückt und ich interessierte mich mehr und mehr für die Welt, Kultur, Geschichte und Kunst.

Girish Menon: Fishing methods in Kerala

Girish lebt in Mumbai, einer Metropole an Indiens Westküste mit über 12 Millionen Einwohnern. “Mumbai ist sehr kosmopolitisch”, erzählt Girish. “Man kann über die vielen Märkte spazieren, die vor Farben und Lebendigkeit strahlen. Oder die koloniale Architektur, die Tempel, Kirchen, Moscheen und buddhistische Tempel bewundern.” In Mumbai wartet für Girish an jeder Ecke ein interessantes Foto. Aber ihm gefallen auch Rajasthan und Kerala, da man dort viel Street Photography bewundern kann.

Girish Menon: Marine Drive, Mumbai

Neben Indien bereist er aber auch gerne Europa. “Es macht mir mehr Spaß in Europa zu fotografieren als an jedem anderen Ort der Welt. Ich habe das Gefühl, dass Europäer ihre Kunst sehr lieben und man begegnet ihr überall auf den Straßen. Straßentheater, Musik, Maler – ich genieße es, Zeit mit Künstlern zu verbringen und mache jedes Mal Halt.”

Girish Menon: La Défense

Woran arbeitet Girish zur Zeit? “An einer Serie von Fotografien von Indien, die bald ich an vielen Orten der Welt ausstellen kann. Außerdem kann ich mich nicht entscheiden, wo die nächste Reise hingehen soll. Es gibt so viele Möglichkeiten!”

Wir freuen uns mehr von Dir zu hören, Girish! Hier könnt ihr euch seine Fotokunst anschauen.